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SoundscapeKleiner Rundweg · Nº 22

Übergang Dorfrand/Wiese/Wald

Übergang Dorfrand/Wiese/Wald
Abb. 1Übergang Dorfrand/Wiese/Wald

4 Tonaufnahmen an diesem Ort · am schönsten mit Kopfhörern

Aufnahme 01 / 04

Hahn, Vögel, Sägearbeiten

Hahn, Vögel, Sägearbeiten
Mittwochvormittag, 18.09.2019. Aufgenommen im Wald unterhalb des Kamelberges. Neben einem Haushahn hören Sie die Rufe von: Rabenkrähe, Saatkrähe, Rotkehlchen, Amsel und Buchfink.

Im Übergangsbereich zwischen Dorf, Wiese und Wald hören wir vielfältige und abwechslungsreiche Klanglandschaften mit hörbaren Anteilen von Biophonie, Geophonie und Anthropophonie. Was ist Soundscape-Ökologie und wie setzt sich eine Klanglandschaft zusammen?

Wiesen, Weiden, Bauerngärten, Wälder: In einer dörflichen Kulturlandschaft wie hier in Kappel ist Platz für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren mit unterschiedlichsten Lebensansprüchen. Vor allem die typischen Gartenvögel wie Amseln, Rotkehlchen und Meisen mögen einen Mix aus Hecken, Baumbeständen und offeneren Wiesenbereichen. Im Übergang zwischen Dorfrand, Wiese und Wald vermischen sich die Gesänge von Wald- und Wiesenvögeln mit den verschiedensten Geräuschen aus dem Dorf und den Klängen der Arbeitswelt aus Wald und Flur.

Text: Dr. Sandra Müller

Aufnahme 02 / 04

Rotkehlchen

Rotkehlchen
Sonntagmittag im Frühling, 19. April 2020, 12:40 Uhr. Sonnig, trocken und warm, aufgenommen oberhalb des Sportplatzes.

Die Geräusche und Klänge biologischen Ursprungs nennt man Biophonie. Hier ein schönes Beispiel vom Gesang eines Rotkehlchens - ein Vogel, der häufig in und um Kappel zu hören ist. Rotkehlchen bewohnen unterholzreiche Laub- und Mischwälder, Waldränder oder Hecken. Neben der Hauptgesangszeit zur Brut (von März bis Juni) zeigen Rotkehlchen auch einen ausgeprägten Herbstgesang. Darüber hinaus verteidigen Männchen, die hier überwintern, ihr Revier selbst im Winter, so dass ihr Gesang uns auch in der kalten Jahreszeit erfreuen kann. Das Rotkehlchen ist insgesamt kein seltener Vogel. Flurbereinigung, Verbauung und die Ausräumung der Landschaft vermindern aber langfristig die Bestände.

Text: Dr. Sandra Müller

Aufnahme 03 / 04

Beispiel Anthropophonie, Sägearbeiten

Beispiel Anthropophonie, Sägearbeiten
Dienstagvormittag, 27. Juli 2020, 10:15 Uhr. Sonne und Wolken, trocken und warm. Wald oberhalb vom “Waldsee“ bei Freiburg. Fällung einer Fichte, die durch trockene Sommer geschädigt wurde.

Die vom Menschen verursachten Geräusche werden als Anthropophonie bezeichnet. Sie sind allgegenwärtig: die Geräusche und Stimmen aus dem Dorf, die Schallemissionen von land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten sowie der fast allgegenwärtige Lärm des Straßen- und Flugverkehrs. (Mehr Informationen zur Rolle der Anthropophonie erwarten Sie am Punkt: „Baum der Erkenntnis“.)

Text: Dr. Sandra Müller

Aufnahme 04 / 04

Gewitter

Gewitter
07.06.2018, 00:20 Uhr, Regen mit Gewitter im Wald am Kamelberg.

Die Klänge eines Baches, der Wind in den Bäumen, der Regen, der auf das Blätterdach fällt, und Gewitter – alles das, Geräusche der unbelebten Natur, nennt man Geophonie. Hier am Übergang zwischen Dorf, Wiese und Wald vermischen sich die Klänge, man hört Anteile von Biophonie, Geophonie und Anthropophonie.
Wie diese Klangelemente zusammenspielen, untersucht die Soundscape-Ökologie. Man nennt sie auch Öko-Akustik. Dies ist eine neu entstehende Fachrichtung, die Aspekte von Landschaftsökologie, Psychoakustik, Bioakustik und der akustischen Ökologie vereint. Sie wurde 2011 erstmals öffentlich beschrieben und definiert. Die Wortschöpfung „Soundscape“ ist allerdings schon älter und setzt sich aus den englischen Wörtern „Sound“, das sowohl für Klang als auch für Schall steht, und „Landscape“ zusammen. Der Begriff „Soundscape“ wurde in den 1960er Jahren von Murray Schafer geprägt, einem Mitbegründer der akustischen Ökologie. Er und seine Mitstreiter waren die Ersten, die an der systematischen Analyse und Charakterisierung von Soundscapes wissenschaftliches Interesse zeigten. Im Gegensatz zur Ökoakustik rückt die akustische Ökologie den Menschen ins Zentrum der Untersuchung und nicht das Ökosystem und seine Funktionen.

Text: Dr. Sandra Müller

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